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SEPA, heute ohne Tauben, aber dafür
VDT-Online, 21.06.2013

Das Jahr 2013 ist fast zur Hälfte vorüber. Die Jahresbeiträge der Orts- bzw.

Sondervereine, die über die Bank des Kassierers die Summen einziehen,

dürften längst an Ort und Stelle sein.
Aber, Veränderungen gibt es ab 01.01.2014 und die sind erheblich! Sie sind

daher mit Aufwand verbunden, weil quasi für jedes Mitglied neue

Bedingungen gelten, die Vorarbeiten zwingend machen. Wichtigster

Punkt: Es wird eine neue Vollmacht für den Beitragseinzug notwendig, das

SEPA-Lastschriftmandat.
Unser Thema heute dreht sich nicht direkt um Tauben, wohl aber um

wichtige Zusammenhänge damit, die Beiträge.

 

Was bedeutet SEPA?
SEPA ist die Abkürzung für "Single Euro Payments Area", den einheitlichen

Euro-Zahlungsverkehrsraum. Dieser besteht aus 32 europäischen Ländern.

Innerhalb der SEPA werden europaweit standardisierte Überweisungen,

Lastschriften und Kartenzahlungen angeboten. Dadurch können

Unternehmen und Verbraucher bargeldlose Zahlungen auch über die

Ländergrenzen hinweg so einfach und bequem tätigen wie in ihrem

Heimatland. Langfristig sollen die bisherigen inländischen Überweisungen

und Lastschriften durch SEPA-Produkte abgelöst werden. 

Welche Länder nehmen an SEPA teil?
Insgesamt 32 europäische Länder machen bei SEPA mit. Neben den

27 EU-Staaten nehmen auch die drei Länder des übrigen europäischen

Wirtschaftsraums (EWR) sowie die Schweiz und Monaco an SEPA teil.

Kann ich SEPA-Zahlungen auch in den Währungen der anderen

Teilnehmerländer abwickeln?
SEPA-Zahlungen können ausschließlich in Euro abgewickelt werden.

Für Zahlungen in anderen europäischen Währungen sind die

SEPA-Verfahren nicht einsetzbar. Hier bedarf es weiterhin einer

Auslandsüberweisung.

Wie lange kann ich die heute bestehenden Zahlungsverkehrsverfahren

weiter nutzen?
Anfang 2012 hat der europäische Gesetzgeber eine Verordnung

verabschiedet, die unter anderem die Abschaltung der jeweiligen

nationalen Zahlverfahren (Überweisung und Lastschriften) in Euro

zugunsten der neuen SEPA-Zahlverfahren vorschreibt. Stichtag hierfür

ist der 1. Februar 2014.
Die heute bestehenden Zahlungsverkehrsverfahren können Sie daher nur

bis zum 31. Januar 2014 weiter nutzen. Die SEPA-Verfahren werden bereits

parallel angeboten.

Muss ich auf die SEPA-Verfahren umsteigen?
Mittelfristig ja. Bis zum 31. Januar 2014 wird es die bestehenden nationalen

Überweisungs- und Lastschriftverfahren weiterhin geben. Die

SEPA-Verfahren werden parallel dazu angeboten. Eine Verpflichtung zur

Umstellung auf die SEPA-Verfahren besteht gemäß der durch den

europäischen Gesetzgeber verabschiedeten Verordnung

zum 1. Februar 2014.

Gibt es neue Zahlungsverkehrsvordrucke für die

SEPA-Überweisung?
Für die SEPA-Überweisung gibt es neue Vordrucke.

Die Überweisungsvordrucke für den nationalen Zahlungsverkehr

können weiterhin genutzt werden.

Wie sieht das SEPA-Datenformat aus?
Für beleglose SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften gibt es ein

neues Datenformat. Das bisher in Deutschland genutzte DTAUS-Format

unterstützt SEPA-Zahlungen nicht. Das neue SEPA-Datenformat basiert

auf dem ISO Standard 20022 und nutzt XML (eXtensible Markup Language)

als Syntax. 
Das SEPA-Datenformat wurde in der Deutschen Kreditwirtschaft 

abgestimmt. So ist sichergestellt, dass alle deutschen Kreditinstitute mit

einem Format erreicht werden können. Detaillierte Informationen zum

SEPA-Datenformat inklusive der Spezifikation finden Sie hier:

 

Zukünftig hat das, was früher einmal die Kontonummer war, jetzt 21 Stellen. 

Die letzten 10 Stellen sind die Ziffernfolge unserer bisherigen Kontonummer.

Davor stehen die 8 Stellen der heute als BLZ deklarierten Kennung.
Neu sind das zweistellige Länderkennzeichen (DE) und zwei sogenannte

Prüfziffern.

 

Man kann davon ausgehen, dass sich nach einem kurzen Gewöhnungsprozess

die Überweisungen wieder flott von der Hand gehen. So wesentlich viel ändert

sich eigentlich auch nicht auf den Überweisungsträgern.

 

Was passiert aber jetzt mit den bisherigen Ermächtigungen beim Einzugsverfahren?

Die sind bei eingetragenen Vereinen (e.V.) lediglich bis zum Jahresende gültig.

Der genaue Stichtag ist der 01.02.2014!Ab dem neuen Jahr muss der Kassiere,

der die Beiträge über das Lastschriftverfahren einzieht, ein gültiges (neues)

sogenanntes SEPA-Lastschriftmandat bei seiner Bank vorlegen. Unabhängig vom

Vereinsstatus (e.V. oder nicht), gelten ab 01.2.2014 dann bei

Einzugsverfahren für neue Mitglieder nur noch die

SEPA-Lastschriftmandate. Das sollte man sich einfach nur merken.
Mit anderen Worten, allen Mitgliedern ist ein vorgefertigtes

Formblatt im kommenden Halbjahr zuzusenden, was wiederum

unterschrieben und ausgefüllt an den Kassierer zurückgeschickt

werden muss.
Wir fügen Ihnen hier einmal eine Vorlage dieses Papiers bei.
Ganz wichtig!!!
Alle nicht eingetragenen Vereine, die trotzdem ein Konto besitzen

und Jahresbeiträge einziehen, müssen sich kein neues Lastschriftmandat

geben lassen. Dort läuft die bisherige Lastschriftermächtigung

unbeschadet der neuen Regelungen weiter.
Sprechen Sie in ihren Vereinen bald darüber. Informieren Sie sich

gegenseitig in den Vorständen dazu. Stimmen Sie sich ab und warten

Sie nicht, bis der Beitragsfluss plötzlich stillsteht, weil die

Vorbereitungen auf die neuen Bedingungen vergessen wurden.

Vorlage eines SEPA-Lastschriftmandates 

Wir wünschen viel Erfolg bei der leider zusätzlichen Arbeit, die

jedoch in Europa alle Bank- und Sparkassenkunden betrifft, die

im Euro vereint sind. Aus Sicherheitsgründen werden wir auch

in der Rassetaube Nr. 4/2013 noch einmal auf diese Problematik

hinweisen.